Chill-Wanderung im Naturpark Kottenforst-Ville
Für Sonntag war angenehmes Frühlingswetter vorhergesagt. Und so kam es dann auch: Viel Sonne, kein Regen und Temperaturen bis 13 Grad.
Treffpunkt war um 10:30 Uhr in Swisttal-Buschhoven, auf dem Wanderparkplatz an der B 56. Vorbei an ei
nem Reitplatz tauchten wir in das Naturschutzgebiet Kottenforst-Ville mit seinem schönen Mischwald-Bestand ein. Nach ca. 2 km querten wir einen deutlich sichtbaren Graben. Eine Schautafel belehrte uns, dass hier die römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln entlangführte. Findige Baumeister des Mittelalters gruben die unterirdischen Mauern aus und hatten damit schön behauene Steine für den Bau von Klöstern und Burgen.
Nach 2,9 km erreichten wir den „Eisernen Mann“, eine Eisensäule aus dem Mittelalter, um die sich zahlreiche Sagen ranken. Auch Erich von Dänicken hat sich dafür interessiert und natürlich Außerirdische ins Spiel gebracht. Mehrere Bänke und eine Hütte luden uns zu einer kleinen Rast ein. So blieb auch genügend Zeit zum Studium der Hinweistafeln und bereitgelegten Flyer.
Nach 5 km kamen wir zur Aussichtswarte auf ein Biotop: Die ehemalige Kiesgrube Dünstekoven, die vor 30 Jahren unter Schutz gestellt wurde. Mittlerweile sind hier im Jahresverlauf 120 verschiedene Vogelarten anzutreffen. Der Uhu und der seltene Bienenfresser brüten hier. Letzterer kommt aber erst im Mai aus seinem Winterquartier in Afrika zurück…
Wenig später erreichten wir ein schwer gesichertes Gelände mit enormen Antennenanlagen. Alles umgeben von einem doppelten, stacheldrahtbekrönten Maschendrahtzaun und dem freundlichen Hinweisschild, dass das Füttern, der (nicht zu sehenden) Hunde verboten ist. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um das Gelände der Bundespolizeischule Heimerzheim und der Akademie für den Verfassungsschutz.
Weiter ging es durch einige zum Kriegsende hin vorbereitete Schützengräben zum „dicken Stein“, einem 3 t schweren Findling, den der Rhein nach der letzten Eiszeit aus dem Taunus hierher transportiert hat.
Bei km 7 passierten wir die Wasserburg Heimerzheim, heute ein Hotel. Das Gelände darf leider nicht betreten werden. Wir folgten nun 2 km lang der Swist, die hier kanalisiert und viel zu schnell vorbeirauscht. Kein Wunder, dass sie beim Hochwasser 2021 solch großen Schaden angerichtet hat.
Nach 12,5 km erreichten wir Gut Schillingscapellen, ein ehemaliges, wehrhaftes Kloster mit großen Teichanlagen. Und den seltenen, schwarzen Galloway-Rindern…
Weiter ging es auf dem Rundwanderweg „Römerblick“. Hier stand zur Römerzeit ein heute nicht mehr sichtbarer Wachtturm, der zum Schutz einer Fernhandelsstraße diente.
Und wir kamen zu einem Stück Römerkanal, welches die Steinräuber des Mittelalters nicht gefunden haben.
Wir erreichten Buschhoven und die ehemalige, 300 Jahre alte Wallfahrtskirche Sankt Katharina. Sie machte schon von außen einen bedauernswerten Eindruck, eingezwängt in ein Korsett aus Balken, Stangen und Schrauben. Und das setzte sich drinnen fort. Die Kirche wird nicht mehr als solche genutzt, ein Verein hat die Restaurierung übernommen. Da kann man nur viel Glück wünschen.
Und auch in Buschhoven gab es eine Wasserburg. Die wurde zwar mittlerweile abgetragen, es blieb eine von einem Wassergraben umgebene, wehrhafte Hofanlage, die heute noch genutzt wird.
Nach 15,3 km und nur 60 Höhenmetern trafen wir wieder bei unseren PKW´s ein. Eine echte Chill-Tour eben…
Die nächste Wanderung des PSV Siegburg findet am Sonntag, dem 19.04.2026, statt. Interessenten sind zum zweimaligen, kostenlosen „Schnupperwandern“ herzlich eingeladen.
Nähere Informationen finden sich unter Wandergruppe 1 | Polizei-Sport-Verein Siegburg 1976 e.V..
Hans-Peter Sperber
(Fotos: Sascha Kloppmann)















