Grenzgänger am Obergermanischen Limes
11 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde, sowie Wanderhund Gismo trafen sich um 10:30 Uhr in Bad Hönningen auf dem Wanderparkplatz an der Kreuzung L 257/L 254.
Es sollte weit in die Geschichte zurück gehen, genauer gesagt in die Zeit zwischen 150 und 250 n. Chr.
Um 150 überquerten die Römer bei Rheinbrohl den Rhein und annektierten weite rechtsrheinische Gebiete in Richtung Süden und Osten. Um diese Eroberungen zu sichern, wurde der Obergermanische Limes gebaut: Eine Palisade, ein dahinterliegender Graben, ein Erdwall, sowie eine Kette von Wachttürmen. Dazu kam alle paar Kilometer ein Kleinkastell. Und das alles auf einer Strecke von 550 km. Seit 2005 ist der Limes UNESCO-Weltkulturerbe.
Zunächst ging es in grober Richtung Südwesten, bis wir das Bachbett des Bahlsbachs erreichten.
Nach einem recht steilen Anstieg von 50 Höhenmetern standen wir vor einem restaurierten Stück des Limes mit zahlreichen Hinweistafeln. Auch die gut erhaltenen Steinfundamente zweier Limestürme gab es dort zu sehen.
Und als toller Service hatte das Blockhaus einer „Waldschule“ geöffnet, sodass wir uns windgeschützt für die nächsten Wegabschnitte stärken konnten. Leider konnten wir die hier mögliche Fernsicht bis weit in die Eifel hinein aufgrund des Hochnebels nicht genießen. Natürlich haben wir den bereitstehenden Besen genutzt, um alles anschließend wieder sauber zu hinterlassen.
Nach einem weiteren kurzen Anstieg standen wir vor dem Nachbau eines hölzernen Limesturms, den wir bei besserer Sicht sicherlich auch bestiegen hätten.
Und schon nach 400 m ein weiteres Highlight: Eine Köhlerhütte, die noch regelmäßig in Betrieb genommen wird. Es handelt sich um einen Nachbau. Aber schon die Römer haben in der Gegend Holzkohle produziert.
Weiter ging es durch den noch gut sichtbaren Limesgraben zu den Fundamenten eines weiteren Limesturms, die allerdings kaum noch zu erkennen waren. Aber das Prinzip der Befestigungsanlage wurde schon deutlich.
Anschließend stiegen wir auf einem recht zugewachsenen Weg in das Tal des Nonnenbachs ab und begannen dann den sanften Anstieg über 120 Höhenmeter bis zum Malberg-Gipfel. Leider sorgten einige Lehmpassagen dafür, dass wir schnell ein paar Zentimeter größer wurden. Aber auch diese Schwierigkeit haben wir überwunden. Zur Belohnung sahen wir auch 3 Rehe aus nächster Nähe. Der Weg wird wohl nur selten begangen…
Beim Malberg handelt es sich um einen erloschenen Vulkan. Der Basalt des Magma-Schlots wurde bis vor 90 Jahren abgebaut. Heute befindet sich hier ein See, umrahmt von mächtigen Basaltwänden und ein Biotop. Schöne Aussichten, auch in die Ferne bis weit in den Westerwald und die Eifel, sind hier möglich. Gut gesichert gingen wir ein Stück am Rand des Steinbruchs und erreichten die Malberghütte. Sie sieht aus, wie eine Skihütte. W
ar es auch bis vor einigen Jahrzehnten. Die Reste eines Schlepplifts und ein kleines Skifahrermuseum beweisen es. Hier gab es sogar die ersten Schneekanonen nördlich der Alpen Einer unserer Mitwanderer konnte sogar von seinen Skifahrer-Erlebnissen am Malberg vor fast 60 Jahren berichten.
In der Malberg-Hütte hatte ich schon einen Tisch reserviert, da sie gut besucht ist.
Der Betreiber kocht selbst und verwendet, sofern irgendwie möglich, Produkte, die in der Umgebung produziert werden. Das Schweinefleisch stammt übrigens vom Schwäbisch-Hallischen Schwein, das Rindfleisch vom Hohenloher Rind. Beides bezogen von der Schwäbisch-Haller Erzeugergemeinschaft. Nicht unbedingt regional, aber sehr lecker.
Frisch gestärkt traten wir die letzten 1,3 km zurück zum Parkplatz an. Und es ging nur noch sanft bergab…
Insgesamt bewältigten wir 13 km und 320 Höhenmeter.
Die nächste Wanderung des PSV Siegburg findet am Sonntag, dem 01.03.2026, statt. Interessenten sind zum zweimaligen, kostenlosen „Schnupperwandern“ herzlich eingeladen.
Nähere Informationen finden sich unter Wandergruppe 1 | Polizei-Sport-Verein Siegburg 1976 e.V..
Hans-Peter Sperber
(Fotos: Ute Pokropp)
















